Kölner Philharmonie
Die Kölner Philharmonie befindet sich integriert im Komplex Museum Ludwig. Sie wurde im Jahre 1986 eröffnet und bietet etwa 2000 Besuchern Platz. Die Architektur der Kölner Philharmonie ist einem antiken Amphitheater nachempfunden. Es gibt deshalb keine parallel verlaufenden Wände, die den Schall reflektieren könnten. Die Ausbildung eines Echos ist durch diese konstruktive Eigenart praktisch ausgeschlossen. Auch Anordnung und Form der Sitze gehen mit ihrer Polsterung und Größe auf die Notwendigkeiten eines Konzertsaales ein. Jeder Sitz reflektiert in gleichem (geringen) Maße den Schall, gleich ob er frei oder mit einer Person besetzt ist. Durch diese Maßnahmen wurde eine perfekte Raumakkustik erzielt. Die Kölner Philharmonie zählt zu den modernsten Konzertsälen der Welt. Das Dach stellt eine trägerlose Konstruktion dar und überspannt den großen Zuschauerraum.
Der gesamte Konzertsaal liegt praktisch unterirdisch unter dem Heinrich-Böll-Platz. Hier macht sich nun der Nachteil der trägerlosen Konstruktion bemerkbar. In geringem Maße werden Schwingungen in den Konzertsaal übertragen. Dies geschieht z. B. dann, wenn eine Frau in Pupms über den Platz stöckelt oder ein Skateboarder darüber rattert. Um diese störendem Geräusche zu unterbinden, wird der Platz während der Aufführungen gesperrt und zusätzlich bewacht. Anfang der 90 er Jahre hatte der Verfasser dieses Beitrages das Vergnügen, in der Kölner Philharmonie einem Konzert der Jazzlegende Dizzy Gillespie beizuwohnen und die Aufführung des Musicals Sarafina in Originalbesetzung mit den jungen Künstlern aus Südafrika zu sehen. Diese zogen damals um die Welt, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, denn sie durften wegen des regimekritischen Inhalts ihres Musicals nicht mehr nach Südafrika einreisen. Dem Verfasser dieses Beitrages fielen während der Aufführungen jedenfalls keine störenden Geräusche von außen auf.
Ursprünglich war keine Orgel für den Konzertsaal konzipiert. Er erhielt jedoch nachträglich dieses schöne Instrument, ein Werk des Bonner Meisterbetriebes Klais. Es fügt sich harmonisch in das gesamte Ensemble der Philharmonie ein. Die Orgel kann sowohl als Solo-Instrument als auch als Begleitinstrument bespielt werden und ist gleichwohl in der Lage, sich im Zusammenspiel mit einem Orchester zu behaupten.

